Monthly Archives: December 2013

Adam ist jetzt mit Eva befreundet – Wylie Overstreet

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5 von 5 Sterne

„Die Geschichte der Welt – und Facebook ist mit dabei“

Mit diesem „Untertitel“ ist eigentlich schon alles gesagt. In diesem Buch werden wichtige Stationen der Menschheitsgeschichte dokumentiert und zwar in Facebook-Optik. Dabei ist es übrigens völlig egal, ob man an den Urknall oder an Gott glaubt. Hier werden beide erwähnt.

Ich hatte sowas ab und zu schon auf Webseiten wie „de.webfail.com“ oder „9gag.com“ rumgeistern sehen, aber nicht so viel und dann auch immer nur ausschnittweise.

Vor dem Kauf dieses Buches empfehle ich allerdings erstmal allen, auf Amazon zu gehen und die „Blick ins Buch“ Funktion zu nutzen. Nur um sicher zu gehen, dass man mit dem Stil klar kommt.

Es ist jetzt nicht superanspruchsvolle Literatur, aber ich bewundere die Kreativität dahinter (überhaupt auf so eine IDEE zu kommen!), und auch die ganze Aufmachung des Buches finde ich spitze.

Da stehen dann so Sachen wie:

Gott: Habe versehentlich auf einen Haufen Staub geniest, und jetzt steht ein nackter Typ (= Adam) bei mir im Flur. Mit dieser Allmachtssache sollte man echt vorsichtig sein.
(S. 13)

oder

John Lennon – hier: Kirchenfest, Liverpool mit Paul McCartney
7. Juli 1957

John Lennon: Und was machst du so, Alter?

Paul McCartney: Bass spielen, du Leuchte.
(S. 125)

oder aber auch

Germanen haben eine Veranstaltung erstellt.
Völkerwanderung

Römisches Reich: Wieso bin ich nicht eingeladen?

Germanen: Bist du doch! Hast du noch Wein im Keller?

Römisches Reich: Jede Menge.

Germanen: Wir feiern bei dir! Sind unterwegs!
(S. 35)

Im Nachhinein könnte ich mir ein bisschen in den Hintern beißen, weil ich mir das Ding nicht auf Englisch gekauft habe, aber auch die deutsche Version war absolut unterhaltsam und lesenswert. Und angepasst, denn ich glaube nicht, dass „Lieb & Teuer im NDR“ u. ä. auch in der englischen Version enthalten war.

“Würden Sie für mich aus dem Fenster springen?” von Françoise Hauser

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4 von 5 Sterne

Irgendwie hatte ich mir „Würden Sie für mich aus dem Fenster springen?“ als eine Art „Anleitung zum Bewerbungen Schreiben“ oder als „Ratgeber“ vorgestellt.

In gewissem Sinne ist es das auch, wenn auch nur insofern, dass es einem klar macht, dass man die ganze Bewerbungsschreiberei vielleicht nicht ganz so ernst nehmen und auch ein kleines bisschen von seiner Persönlichkeit mit einbringen sollte.

Die unterschiedlichen Bewerbungssituationen und Anzeigen sind sehr überspitzt und sarkastisch dargestellt bzw. analysiert, und ich glaube nicht wirklich, dass man alles aus diesem Buch 1 zu 1 übernehmen kann. Obwohl ich mir im Gegenzug *absolut* vorstellen kann, dass es genügend Firmen gibt, die das, was Frau Hauser da erklärt, tatsächlich bierernst nehmen und auch wirklich so meinen.

Aber bei einer solchen  Firma würde ich gar nicht arbeiten wollen.

Also, als „ernsthaften“ Ratgeber zur Verbesserung des Bewerbungenschreibens wie es zur Zeit in unserer Gesellschaft existiert, würde ich dieses Buch nicht bezeichnen.

Wer aber von den vielen erfolglosen Bewerbungen komplett frustriert ist und sich mal vor Augen führen möchte, was für ein Unsinn eigentlich von den meisten Personalern (bzw. deren Chefs) erwartet wird, und dabei auch mal laut lachen möchte, der kommt hier voll auf seine Kosten. Und findet vielleicht auch die eine oder andere Anregung, wie man es wenn nicht besser dann doch vielleicht mal anders machen könnte.

Ich persönlich werde ganz bestimmt ein paar Formulierungen und Floskeln ausprobieren. Bin mal gespannt, ob es was bringt.

Auf jeden Fall hat mich das Buch sehr gut unterhalten und inspiriert. Ich möchte fast sagen auch motiviert, denn in letzter Zeit hatte ich schon gar keine Lust mehr, mich irgendwo zu bewerben.

4 Sterne nur deswegen: Zwischenrein kann man wirklich mal die Hoffnung verlieren. Wenn man sich so durchliest, was von den Chefs eigentlich gemeint ist, was man schreiben sollte und was dann daraus wieder rausgelesen wird, dann bekommt man manchmal den Eindruck: Es ist völlig egal, WAS man schreibt, man kann nur verlieren, und man fragt sich dann unweigerlich, wozu das Ganze?

Wir braten Sie gern – Bastian Sick

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5 von 5 Sterne

12,99 Euro sind ein stolzer Preis für so ein dünnes Buch, aber ich finde, dass es auch gut gemacht ist. Ob der Preis tatsächlich gerechtfertigt ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich habe das Geld ausgegeben und nicht bereut.

Wie auch in der vorangegangenen Büchern der „Happy Aua“ Reihe sind auch in dieser Ausgabe wieder ein paar echte Schenkelklopfer dabei.

Vor allem, bei den „Mordseenuscheln“ bin ich fast erstickt vor Lachen, und auch das „Arbeiten als Nordsee“ hat mich sehr amüsiert.

Genau das Richtige für Zwischendurch. 🙂

Ich bin da, aber die Haustür nicht – Anna Koch, Axel Lilienblum

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5 von 5 Sterne

Ich kann es nicht anders sagen: Eine Geldschneiderei, die ich absolut toleriere.

Bei Sachen wie:

a: Und wie ist der Film?

b: Recht visuell. Ton ist auch mit dabei.

oder:

a: Ich hab das Unmögliche geschafft!

b: Du hast Mathe verstanden?!

a: Nein, ich hab unter der Dusche gegessen 😀

fühle ich mich wirklich gut unterhalten.

Ja, man kann bezweifeln, dass ALLE diese SMSn wirklich echt sind, aber andersrum glaube ich auch, dass es tastächlich viele SIND, also von daher… Immer wieder gern.