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Die Nachtwächter – Terry Pratchett

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5 von 5 Sternen

Eigentlich hasse ich Zeitreise-Geschichten. Zumindest, wenn wir nicht gerade bei „Doctor Who“ (und selbst DANN gibt es noch das eine oder andere, das mich echt aufpeitscht) oder „Zurück in die Zukunft“ sind.

Ich lese einfach nicht gerne Stories, in denen die Hauptcharaktere in ihre eigene Vergangenheit reisen und genau wissen – enweder von Anfang an oder weil sie es von irgendjemandem gefühlte zehn Trillionen mal gesagt kriegen – dass sie bestimmte Dinge nicht verändern dürfen (um die Zukunft, aus der sie kommen, nicht zu verändern), UND ES DANN DOCH TUN!!!!

Das geht mir auf den  Geist!

Bei „Doctor Who“ ist das meistens kein großes Problem, weil der (aus Gründen, die er zwar, glaube ich, mal erklärt hat, die ich aber nie verstanden habe) seine eigene Zeitlinie nicht kreuzen darf, und bei „Zurück in die Zukunft“ hat Marty das eigentlich nie ABSICHTLICH gemacht, sondern irgendwie aus Versehen.

Aber normalerweise benehmen sich die Charaktere bei solchen Stories ausnahmslos wie tiefenbescheuerte Vollpfosten.

Ich hätte Sir Terry einfach mehr vertrauen sollen.

Sam Mumm reist zwar (versehentlich) auch in seine eigene Vergangenheit und trifft sogar sein jüngeres Ich, aber er tut tatsächlich alles, damit ein bestimmtes Schlüsselereignis auch wirklich eintritt. Damit verhält er sich vorbildlich wie die Person, die ich durch sämtliche Wachen-Bücher zu schätzen gelernt habe. Bravo!

Spannung kommt übrigens auch auf, denn es ist ja schließlich – wie alle Wachen-Bücher von Terry Pratchett –  ein Krimi. Ein Scheibenwelt-Krimi, aber ein Krimi. 🙂

Als Einsteiger in die Scheibenwelt würde ich es allerdings nicht wirklich empfehlen, denn ich glaube, man sollte alle bis dahin erschienenen Wachen-Bücher gelesen haben, damit man den Unterschied zwischen der aktuellen Wache von Ankh-Morpork und der damaligen erkennt. Besonders Nobby und Fred, die in diesem Buch als Kind (Nobby) bzw. Korporal (Fred) auftauchen. Aber es sind auch noch einige andere Charaktere dabei, die man schon in „älter“ kennt: Lord Rust, Rosie Palm, (Lord) Wittwenmacher und last-but-not-least Havelock Vetinari, der zur damaligen Zeit noch (zusammen mit Wittwenmacher) Assassine in der Assassinengilde lernt – um nur ein paar zu nennen.

Am Anfang des Buches und am Ende sind natürlich auch wieder alle anderen von der „normalen“ Wache dabei; Karotte & Co., aber ich muss zugeben, man vermisst sie nicht ZU sehr im Verlauf der Geschichte. Das war noch so eine Sorge von mir.

Das Ende finde ich einerseits unheimlich traurig, aber zugleich auch unheimlich schön.

Doch… „Die Nachtwächter“ ist absolut lesenswert.

 Ach ja, und das ist das Buch, in dem Sam Mumm Papa wird. 😀